Ermöglicht Kommunikation in abgelegenen Gebieten + SOS
VORTEILE
- SOS-Knopf
- Tastatur
- Tracking
- OK-Nachricht
- Tarif-Preise
- Gutes Gefühl
NACHTEILE
- keine Funktion zum Wetterdaten anfordern
BEWERTUNG
Griast eich!
Ich durfte die letzten Wochen den SPOT X 2 Wege Satelliten Messenger testen. Wie der Name schon sagt ist der Messenger nicht mit dem Handynetz, sondern mit dem Satellitennetz verbunden. Wofür braucht man also so ein Gerät und wo ist es hilfreich? Genau da, wo man eben keinen Handyempfang hat. Auf längeren Touren in einsamen Gegenden, aber auch ab einer gewissen Höhe gibt es keinen Handyempfang nicht mehr. Es ist aber generell nie schlecht den SPOT X dabei zu haben. Wer dies plant sollte aber immer im Hinterkopf behalten, dass man sich nicht nur den Satelliten Messenger anschaffen muss, sondern auch einen Satelliten Tarif abschließen muss. Geht man nur Tageswanderungen, muss man sich schon überlegen ob es einem das Wert ist, aber auf die Tarife gehe ich später noch genauer ein. Auf jeden Fall ist der SPOT X für den weltweiten Einsatz konzipiert, somit auch auf jeder Tour zu nutzen egal wo es einen hin verschlägt.
Der SPOT X ist relativ einfach zu bedienen und muss/kann nicht mit dem Smartphone gekoppelt werden, ist also ein komplett eigenständiges Gerät. Es besteht aus einem ausreichend großen Display, einer Tastatur, dank welcher man ganz individuell und einfach seine Nachrichten tippen kann, ein Navigationskreuz, welches es ermöglicht im Menü zu Navigieren, eine eigenständige Zurücktaste, eine Taste zum Starten und Beenden des Trackingmodus und zu guter Letzt eine Abdeckung unter der sich der SOS Knopf befindet.


Um alle Funktionen des Messengers nutzen zu können, sollte man sich auf alle Fälle die SPOT X APP für Windows/ IOS herunterladen, diese dient zum Aktualisieren und Synchronisieren, denn online kann man in seinem Account sehr viele Einstellungen vornehmen.
Teilweise gibt es diese Einstellungen auch direkt am Gerät, aber nicht alle. In seinem Account kann man zum Beispiel ganz einfach Kontakte hinterlegen, Twitter und Facebook (Ja, man kann auch posten), sieht Informationen zu Trackingzeiten, kann auch gleich Nachrichten vorschreiben, die man dann nur noch wegschicken muss.
Und auch den Check-in Text gibt man online ein und wählt seine Kontakte dafür aus. Dies ist die „OK-Nachricht“ des SPOT X, sendet man diese über die eigens angelegte Kachel im Menü, bekommen die Kontakte Informationen zu Höhe, Standort-Koordinaten, Position in Google-Maps und natürlich die Nachricht, welche bei mir „Kommen gut voran, uns geht’s gut“ hieß.
Das besondere an der „OK-Nachricht“ ist, dass diese keine Nachrichten des Kontingents aufbraucht. Hat man einen Tarif ohne unbegrenzte Nachrichten, werden somit keine Freinachrichten aufgebraucht und trotzdem kann man sich bei den wichtigsten Personen melden. Alle aufgenommen Trackings findet man auch in seinem Account und kann sich diese in einer Karte anzeigen lassen.
Kommen wir nun zum Gerät selbst. Der Akku hält laut Hersteller bei Optimalbedingungen 10 Tage. Kommen wir mal zu meinen Erfahrungen, die ich mit der Akkulaufzeit gemacht habe. In Norwegen hatte es in der Nacht um die 0 Grad. Dies sind für einen Akku keinesfalls Optimalbedingungen, weswegen der Akku nach 6 Tagen leer war. Man muss sagen wir haben aber auch jeden Tag eine „OK-Nachricht“ und circa 2-3 weitere Nachrichten verschickt. Das GPS schaltet sich nur an, wenn man eine Nachricht versendet, eingehende Nachrichten abruft (dies kann man manuell und/oder in bestimmten Zeitabständen automatisch abrufen lassen) und natürlich beim Tracking, je nachdem welches Intervall man ausgewählt hat. Das Tracking habe ich in Norwegen nicht verwendet, um Akku zu sparen. Die kürzere Akkulaufzeit als vom Hersteller angegeben lässt sich eindeutig auf die Temperaturen zurückführen. 6 Tage sind hierfür noch eine super Laufzeit. In den Alpen habe ich den SPOT X auch verwendet, auch mit Tracking im 2,5 Minuten Abstand und Nachrichtenversenden. Der SPOT X ist nun seit 3 Wochen durchgängig an und hat gerade mal einen Balken von 4 verloren, also der Akku hält schon viel länger als vom Hersteller angegeben! Kann ich nur TOP! sagen. Geladen wird der Akku über Mini-USB, die Buchse befindet sich unter einer Abdeckung weswegen der SPOT X auch wasserdicht und staubdicht nach IP67 ist. Mitgeliefert wird ein Ladekabel und Stecker für die Steckdose, hier kann man dank Adapter zwischen Eurostecker Typ C und Typ G Stecker (UK, Irland) wechseln.

Zur Befestigung gibt es eine Schlaufe mit Klettverschluss und einen Karabiner, welcher daran befestigt werden kann. Um Gewicht zu sparen habe ich nur die Schlaufe verwendet, diese reicht auch vollkommen aus um das Gerät außen an den Schultergurten des Rucksacks zu befestigen.

Sendet man eine Nachricht mit dem SPOT X wird im Display angezeigt, dass die Nachricht gerade versendet wird, ist sie raus, erlischt das Zeichen. Hat man eine Nachricht erhalten wird das auch angezeigt. Ich habe in Norwegen hin und wieder eine Nachricht an zwei Kontakte versendet, leider ist die Nachricht meistens nur bei einem der beiden Kontakte angekommen, wieso das so war kann ich mir nicht erklären. Die zweite wichtige Funktion neben dem Nachrichten schreiben ist die SOS-Taste. Hierfür gibt es auch einen Testmodus, welchen man in seinem Account aktivieren kann und schauen kann, ob das Gerät wirklich einen Notruf absendet. In diesem Fall wird GEOS natürlich nicht kontaktiert. Das hat übrigens einwandfrei funktioniert. Öffnet man die Abdeckung und drückt den SOS-Knopf für mehrere Sekunden, erscheint eine spezielle Displayanzeige, welche darüber informiert, dass GEOS kontaktiert wird. Außerdem sieht man wann zuletzt der Standort gesendet wurde, da dies dann alle paar Minuten geschieht. Man kann die GEOS-Zentrale auch per Nachricht kontaktieren und schonmal wichtige Informationen zur Verfügung stellen.
Ich möchte kurz noch die Satelliten-Tarife ansprechen, da dieser essentiell für die Nutzung des SPOT X ist. Es gibt 3 verschiedene Tarife, die entweder als Flex Tarif also für einen Monat oder für 12 Monate gebucht werden können. Die Tarife unterscheiden sich in der Anzahl der Gratis-Nachrichten und den Zeitintervallen des Trackings. Der Günstigste kostet 12€ der teuerste 30€. Die Preise sind wirklich human. Vergleicht man das ganze mit Garmin, liegt der Vergleichstarif des Unbegrenzt Tarifs bei 90€.
Ich bin wirklich froh gewesen den SPOT X mit in Norwegen dabei zu haben. Er hat einfach ein Gefühl von Sicherheit vermittelt. Man konnte sich auch daheim hin und wieder rühren, somit musste sich dort auch keiner Sorgen machen. Der SPOT X ermöglicht es an Orten, die komplett von der Zivilisation abgeschnitten sind zu kommunizieren. Wir sind in Norwegen in ein schweres Unwetter gekommen, wodurch trotz Regenschutz die Schlafsäcke komplett nass wurden. Über den SPOT X haben wir unsere Eltern kontaktiert, damit sie uns das Wetter der nächsten Tage schicken. Gottseidank war die nächsten Tage schönes Wetter angesagt und wir wussten wir können alles trocknen. Ansonsten hätten wir die Tour abbrechen müssen. Die Nachricht zu diesem Zeitpunkt hat wirklich motiviert!
Sollte man in eine Situation kommen, in der man den SOS-Knopf drücken muss und gerettet wird, muss man die Kosten zunächst selbst zahlen. In diesem Fall gibt es noch eine extra Versicherung von GEOS. Ist man DAV-Mitglied ist man aber auch versichert, diese Versicherung sollte in diesem Fall auch greifen.
Ich war sehr zufrieden mit dem SPOT X und wenn ich mir einen Satelliten Messenger kaufen würde, würde ich mich für dieses Gerät entscheiden. Was ich mir für die Zukunft noch wünschen würde, dass man sich Informationen über das Wetter auf den SPOT X schicken kann.
Pfiats eich!






